Sprachenlernen an der Volkshochschule

Letzte Woche habe ich mich mit meiner Betreuerin bei LingQ über die Volkshochschule in unserer Stadt unterhalten. Als ich ihr sagte, was unsere Volkshochschule so alles bietet, ist sie fast neidisch geworden. Sie lebt in England und dort gibt es kein vergleichbares Angebot.

Aufgabe der Volkshochschulen ist es, den Bürgern Bildungs- und Freizeitangebote zu einem günstigen Preis anzubieten. Volkshochschulen gibt es in ganz Deutschland und alleine im Umkreis von 20 Kilometern kann ich hier vier verschiedene Volkshochschulen besuchen. Man findet dort Kurse zu allen möglichen Themen wie zum Beispiel Kochen, Gesundheit, verschiedene Hobbys bis hin zur beruflichen Bildung. Ein Schwerpunkt an unserer Volkshochschule sind eindeutig die Computer- und Fremdsprachenkurse, wobei meine Betreuerin und ich uns natürlich naheliegenderweise über die Letzteren unterhalten haben.

Wie es der Zufall will, war dann auch noch ein Artikel über das neue Programm der VHS, wie die Volkshochschule kurz genannt wird, in der Zeitung. Und so habe ich mich entschlossen, diesen kleinen Bericht über unsere VHS zu schreiben. Unsere Stadt hat etwa 70.000 Einwohner und ist damit nicht besonders groß. Das Kursangebot mit 558 Kursen ist dagegen wirklich beachtlich. Davon sind allein 194 Kurse den Sprachen gewidmet. Nicht weniger als 24 Fremdsprachen kann man an unserer VHS lernen. Neben den gängigen Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch sind darunter auch nicht ganz alltägliche Sprachen wie irisches Gälisch, Eritreisch, Hebräisch oder Thailändisch.
Für 32 Stunden bezahlt man 71,40 Euro wobei eine Stunde nur 45 Minuten entspricht. Eine volle Stunde kostet dann umgerechnet rund 3 Euro. Dafür teilt man sich hier den Lehrer mit 10 oder mehr Teilnehmern.

Die Kurse werden auf verschiedenem Niveau angeboten und orientieren sich am Referenzrahmen des Europarates für das Sprachenlernen. Die Niveaus sind A1, A2, B1, B2, C1 und C2, wobei das Niveau A1 die Kurse für Anfänger umfasst, während C2 für Fortgeschrittene steht.

Außerdem werden über 40 Kurse für den Erwerb der deutschen Sprache angeboten. Studierende müssen im Zuge des “Bologna”-Prozesses Sprachkenntnisse auf einem bestimmten Mindestniveau nachweisen und deshalb arbeiten die Universität und die Fachhochschule hier mit der Volkshochschule zusammen. Der “Deutschtest für Zuwanderer” wird wegen des großen Zuspruches mittlerweile fünfmal pro Jahr angeboten.
Arbeitnehmern in Deutschland steht alle zwei Jahre ein Bildungsurlaub von fünf Tagen zu. Man wird vom Arbeitgeber beurlaubt, wenn man anerkannte Kurse besucht. An unserer VHS ist es möglich, während des Bildungsurlaubs zum Sprachenlernen unter anderem nach Schottland, Island und Spanien zu fahren. Das ist dann allerdings wegen der Reisekosten nicht mehr ganz so günstig.

Besonders interessant finde ich die “Weltenbummler-Abende”, die Eindrücke von fremden Ländern vermitteln möchten. Einmal im Monat präsentieren verschiedene Referenten Kunst, Kultur und auch die Küche eines bestimmten Landes. So kann man Aspekte des Landes kennenlernen ohne hinreisen zu müssen. In den nächsten Monaten stehen die Länder Persien, Argentinien, Schottland und Island auf dem Programm.

Also ich finde das Angebot unserer Volkshochschule wirklich beachtlich. Für Menschen, deren Eigenmotivation nicht sehr hoch ist oder die das Gruppengefühl mögen ist das eine tolle Möglichkeit, zu einem verhältnismäßig günstigen Preis Sprachen zu lernen. Die Kursleiter sind auch oft Muttersprachler. Ein Nachteil ist allerdings, dass man auch der schlechten Aussprache der anderen Teilnehmer ausgesetzt ist. Ich selber bevorzuge das selbstbestimmte Sprachenlernen bei LingQ. Darüber habe ich schon in einem Video gesprochen und der Beitrag darüber befindet sich auch in dieser Sammlung.

Text und Audio dieses Beitrages findet man auch in der Sammlung “Veras Corner” in der deutschen Bibliothek von LingQ:
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/70654

 

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